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12h-Rennen Schnaittach - Sonnencreme, gute Reise, gute Laune....

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 von Christina Schenk und Stephan Gebauer

Großspurige Ankündigungen, mal bei einem 12-Stunden-Rennen mitzufahren waren Monate vorher leicht getätigt. Der Stichtag kam allerdings relativ rasch, so dass wir Mädels dann doch eher mit gemischten Gefühle in den Veldensteiner Wald nach Schnaittach in der fränkischen Schweiz fuhren. Der Radklub Schnaittachtal hatte zum 2. Mal zur Langzeitcompetition geladen.

 

 
Vor allem „früh“ begann der Tag für die Teilnehmer aus Würzburg. Da Erik mit seinem Transit und Zelt schon am Abend vorher angerückt war, fanden die drei Teams, bestehend aus dem Jugendteam (Jonas Seifert, Jonas Gramlich, Stefan Werner, Jonathan Hartmann), Herren ( Daniel Krämer, Michael Sauer, Stefan Hufgard, Stephan Gebauer) und Mixed (Mike Schramm, Erik Heilmann, Sabine Laub, Christina Schenk) einen schon vorbereiteten schattigen Platz unter Alleebäumen direkt an der Startgasse vor. Dies erwies sich bei Temperaturen bis 36°C im Verlauf des Tages als mehr als angenehm.
Nachdem alle Fahrer sich eingerichtet hatten und mit den Teamnummern ausgestattet waren, wurde kollektiv die Strecke besichtigt. Nun ja, da Stephan seinen Autoschlüssel im Auto eingeschlossen hatte, kam vor allem das Jugendteam nicht mehr rechtzeitig vor Rennstart dazu, sich vorab ein Bild von der Tagesaufgabe zu machen. Der Rundkurs war mit knapp 6km und 90hm relativ kurz. Nach einem Schotteranstieg durch die „Boxengasse“ der Teamzelte mit letzten Motivationsbekundungen seitens der Teamkollegen und einem Wiesenanstieg ging es in den ersten Trail. Dieser zeigte sich eher von der ruppigen Seite und verschaffte den Fullys eine Daseinsberechtigung. Nach Brückenquerung der A9 folgte eine erste rasante Schotterabfahrt in den Wald. Hier wechselten sich Waldwege und Wurzeltrails bei sandigen Böden und staubiger Luft ab. Einige technische Stellen lockerten die Runde auf. Ernsthafte Stürze blieben erfreulicherweise aus. Nach zwei Dritteln musste noch ein zäher Schotteranstieg niedergekämpft werden, um dann wieder über die Autobahnbrücke und nach kurzen staubigen Waldabschnitten die Wiese runter zum Fahrerlager zu heizen. Kurz vor dem Zieleinlauf wurde die Geschwindigkeit durch kurvige Trails reduziert um dann in die „Boxengasse“ einzubiegen und mit Mobilisation der letzten Energie auf den Teampartner zu zuschießen. Neben Transponderübergabe wurde dies zum Infoaustausch in Form eines gerufenen „1:0! Für Deutschland!“ genutzt.
 
Nachdem sich das Herrenteam beim letzten 12h-Rennen in Kühlsheim 2009 in der Platzierung hinter dem Juniorteam einreihen musste ging es dieses Jahr dementsprechend hoch- bis schon fast übermotiviert ins Rennen. Da Mike als Nachrücker ins Mixedteam wechselte, wurde noch Daniel Krämer für das Herrenteam rekrutiert. Ein Glücksfall, da Daniel von Anfang bis Ende durchpreschte und seine schnellen Rundenzeiten auch nicht von technischen Defekten in Form von zu schwachem Schnellspanner (aber ca. 25 g leichter als was Gescheites) gebremst wurde.
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daniel Gibt Stulle

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn man so schnell ist wie Daniel braucht man nur 13-14 Minuten für die schwere Runde. Leider hatte jede gute Rundenzeit von Ihm aber auch immer den Nachteil, dass der Rest des Teams weniger Pause hatte und vor allem wollte man den schnellen Schnitt der Kollegen ja auch keinesfalls versauen.
 
 

Rundenschreiben


Schnell war der Rythmus gefunden ca. 15 Min maximale Belastung, gefolgt von 15 Minuten im Schatten nachschwitzen, 15 Minuten um zu trinken und Kohlenhydrate aufzufüllen. Danach noch kurz relaxen und schon wieder ging es in den Wechselbereich zum Start in die nächste Runde. Ganz wichtig war es, nach jeder Runde die Zeit zu notieren, um den Überblick zu behalten wie lange man denn nun pausieren bzw. dem aktuellen Geschehen der Fußball-WM folgen konnte.

 
So kam es dass das RSG-Würzburg Herrenteam nach 3 Stunden auf dem 3. Platz lag.
Nun gejagt von den Spitzenteams, 36°C Hitze und einem zu ambitionierten Rennstart und damit herrlich übersäuerten Beinen, glichen die nächsten 9 Stunden einem Kraftakt. Michael Sauer und Stefan Hufgard lieferten trotz aller Widrigkeiten konstante Rundenzeiten um die 15 Minuten ab.
 
Subjektiv schien Stephan G ein wenig mitgenommen. O-Ton:“Jede Runde leide ich mehr als bei einem schönen, langen gleichmäßigen Marathon. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Dass man nach jeder kurzen Pause die nächste Runde fahren muss, wie wenn es die Schlussrunde eines Rennens ist! Wer doch noch nach Pulsuhr fährt bleibt immer im KB - Kotz Bereich.“
Da eigentlich jeder flott unterwegs war und Stephan am Schluss doch „noch mal richtig Gas gab“, kam man mit dem Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes bei heißesten Temperaturen kaum nach. Aber die Jungs blieben davon unbeeindruckt und lieferten mit 48 Runden einen respektablen 6. Platz von 19 Herrenteams ab. Siegreich in dieser Kategorie war das GHOST Racing Team mit 52 Runden.
 
Das Juniorteam hatte sich im letzten Renndrittel konstant wieder an die Herren heran gearbeitet und lag zwischenzeitlich sogar wieder in der gleichen Runde fast auf Sichtweite.
 
Juniorteam: Jonas und Stefan beim Wechsel

Leider hatte Stefan Werner in dieser Powerphase einen Plattfuß, so dass sie hier ordentlich Zeit verloren haben. Stefan stand mit geplatzten Schlauch 2,5 km vom Start-Ziel entfernt allein im Wald und es verging sehr viel Zeit bis sein Teamkollege Jonathan die Runde abgefahren war und den Transponder von Stefan übernehmen konnte. Dass Stefan am Schluss fast jede zweite Runde ins Rennen ging, um seine müden Teamkollegen zu entlasten, ist mehr als anerkennenswert, und dass er bei nur wenig mehr als 14 Minuten Restzeit noch mal eine allerletzte Knallerrunde hinlegte und Sekunden vor Zielschluss durch die Zeitnahme raste. Ergebnis waren 46 Runden und Platz 8 bei den Herrenteams.
 
Im Mixedteam ging Mike als Erster auf die Runde. Nach zwei Runden übergab er an Erik. Da sich die Strecke als relativ anstrengend herausstellte, wurde die Taktik geändert und Sabine und Christina gleich nur für eine Runde auf die Strecke geschickt. Alle vier lieferten eine schnelle Erstrunde ab, um den Rest des Tages nur wenig langsamere konstante Zeiten abzuliefern. Unter 8 Teams ging es letztendlich um Platz 5. Das Team Deèsse und die „gemixedten“ RSGler wechselten sich ab. Mal hatten die Einen zeitlichen Vorsprung dann wieder die Anderen. Nachdem die Hitze und die Runden nach 12 Stunden sehr aufreibend waren, wurde teamintern beschlossen, auf Stellungskämpfe in diesem Platzierungsbereich zu verzichten. Als dann aber ca. 40 Minuten vor Schluss der Rückstand unter 10 Sekunden lag bei gleicher Rundenzahl, machte sich doch Ehrgeiz breit. Christina ging vor Sabine auf die Strecke, um es bei durchschnittlich etwas schnelleren Zeiten am Schluss darauf ankommen zu lassen, ob Sabine noch auf die Runde geht, oder Erik bzw Mike die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Die Taktik ging auf, die Transponderübergabe lief reibungslos und Sabine flog „mit Seitenstechen wie nie“ durch die Runde. Am Schluss blieb sogar ein kleines Zeitpolster übrig. Resultat war ein gewonnenes Duell gegen Team Deèsse, 42 Runden und ein 6. Platz bei den Mixedteams ;-)
 

Seitenstechen

Fazit war trotz aller Anstrengungen: Gut war´s! Allerdings konnten sich direkt nach dem Rennen (noch) nicht alle zu einer Teilnahmezusage für 2011 hinreißen lassen.
 
 
Oechsner, Joachim
Weisenseel, Jochen
Vonhausen, Oliver
Schweißguth, Serverin GHOST Racing Team 52Runden 11:49:46
 
Heilmann, Erik
Schenk, Chistina
Laub Sabine
Schramm, Mike RSG Würzburg / Mixed Team 42Runden 11:57:29
 
Krämer, Daniel
Sauer, Michael
Hufgard, Stefan
Gebauer, Stephan RSG Würzburg / Herren 1 48Runden 11:52:52
 
Seifert, Jonas
 Gramlich, Jonas
 Werner, Stefan
 Hartmann, Jonathan RSG Würzburg Junior Team 46Runden 11:58:38