Zipp taugt als Winterlaufrad, schont die Lightweights für den Sommer! (entstanden auf einer winterlichen Carbon-Ausfahrt)
Verfasst von Mario am Mi, 23/06/2010 - 05:49
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TransAlp: die RSG-Teams sind unterwegs
Am Sonntag den 27.06.2010 startet die diesjährige Jeantex Transalp mit 7 Teams aus der RSG-Würzburg. In 7 Etappen wird von Mittenwald über die Alpen nach Arco/Italien gefahren. Für viele Rennrad-Fahrer ist die TransAlp das größte anzunehmende Radereignis, so zu sagen die „Tour de France“ der Amateure.
Die RSG ist diesmal mit 7 Teams (neuer Rekord) dabei, was letztes Jahr bei der Vereinsmeisterschaft zwischen Andi und Mario im kleinen losgetreten wurde, zog seine Kreise, weitere Teams fanden sich und so wuchs die Unternehmung TransAlp. Unzählige winterliche Samstagsausfahrten bei Minustemperaturen, Wintertraining im Lifestyle, Wintertrainingslager auf Mallorca, RSG-Trainingslager Toskana und diverse weitere Veranstaltungen folgten. So gesehen ist die Vorbereitung auf das Großereignis das eigentliche Ereignis, die Veranstaltung selbst dann nur noch die Kür.
Es starten:
bei den Herren:
Andi Hornung und Mario Rembold
als Mixed:
Henning Frankenberger und Patrizia Mützel
Jürgen Böhner und Andrea Eujen
Dieter Engelhardt und Elisabeth Heide
bei den Mastern:
Roger Hagelstein und Harald Schwarzmann
Klaus Kanski und Stefan Hüttinger
bei den Frauen:
Christina Scheller und Barbara Schwarzmann
Sonntag, erster Tag:
Kurz vor dem Start herrschte gespannte Vorfreude bei den Teams. Es wurde höchste Zeit, dass das wichtigste Radereignis, auf das so lange hin gearbeitet wurde, endlich losging. Mit dem Startschuß kam die Erlösung und wir durften endlich Radfahren.
Bei der ersten Etappe ging es über von Mittenwald über dem Kühtai-Pass nach Sölden. Eine lösbare Aufgabe mit 120 km und 2669 Hm. Alle Teams kamen gut durch, allen voran Henning und Patrizia, die es bei den Mixed auf den 5. Platz schaften. Das Wetter war heute super mit viel Sonne und Rückenwind. Die Stimmung ist gut, wenn auch jeder weiß, dass mit dem nächsten Tag bereits die nächste Prüfung wartet. Es geht von Sölden nach Brixen über das Timmelsjoch (das Dach der TransAlp) und den Jaufenpass, in Summe 2985 Hm unter heißer Sonne.
Gehen wir es an.
2. Tag
Heute war es heiß, sehr heiß, was den Vorteil hatte, dass sich die Klamottenfrage nicht stellte. Kurz - kurz selbst bei der Abfahrt vom Timmelsjoch. Die Auffahrt zum Jaufen war deshalb entsprechend schweißtreibend.
Stichwort Timmelsjoch: Einfach mal schön dieses Ding nach Sterzing abfahren zu können und nicht hoch zu müssen! Abfahren schön, nein – pure Freude: die Abfahrten sind die kleinen Heimspiele der RSG - man hat bemerkt, das Rot Gelb schnell runter kommt.
Heute sind alle richtig glücklich, alle Teams sind super durchgekommen und das Leiden gehört am Abend schon wieder der Vergangenheit an. Vielmehr stresst schon wieder die Aufgabe von morgen:
Von Brixen nach St. Vigil, eine Etappe, die nur 85 km lang sein muss, um Angst bei den Teilnehmern auszulösen. Uli Stancio hat mit dem Würzjoch und dem Furkelpass zwei kleine Passstraßen mit einem Gefälle von bis zu 20 % im Programm, zudem ist der Anstieg zum Würzjoch mit 1400 Hm der längste der TransAlp.
Ansonsten ist die RSG bei der TransAlp angekommen. 14 RSG-Trikots plus 2 Begleitfahrzeuge fallen auf, auf der Rennstrecke und bei den Abendveranstaltungen. Karin wurde heute von Holländern gefragt, ob sie die Teamleiterin von der RSG sei, sie hätte so tolle Leute mit, da freut man sich. :-)
Gefreut haben wir uns über einen Fan am Straßenrand. Burkard war wohl auf dem Rückweg vom 3-Länder-Giro und stand plötzlich am Straßenrand.
kleines Feedback von den Teams:
unsere Mädels Christina und Barbara meinten sie wären heute richtig Rennen gefahren und wurden mit dem 12. Platz gelohnt.
bei Andi und Mario lief es heute auch richtig gut: Andi der am ersten Tag nicht richtig in den Tritt fand, meinte nur zum 2. Tag: „das Sterben auf dem Rad hatte ein Ende!“
Henning und Patrizia, die das Rennen immer auf der letzten Rille fahren, mussten etwas Körner lassen und wirken nach dem 2. Tag etwas platt.
Richtig Spaß hatten Roger und Harald, die heute den richtigen Einstieg fanden. Die meiste Zeit fuhren sie zusammen mit Jürgen und Andrea, und so nahm ein RSG-Train Fahrt nach Brixen auf.
Roger meinte nur: „Genial, das muss man nochmal machen!“
Elisabeth und Dieter fahren ihr „Wohlfühl-Tempo“ und sind wohl die einzigen, die diese geniale Landschaft sehen und sogar noch Bilder machen können.
Klaus und Stefan kommen ebenfalls immer besser in Fahrt.
Dann morgen auf ein Neues
3. Tag:
von Brixen nach St. Vigil (88 km, 2938 Hm)
die Angstetappe ist geschafft, mit dem langen Anstieg zum Würzjoch und den Rampen am Furkelpass. Es war ein Arbeitstag, mit ordentlichen Anstiegen und schwierigen Abfahrten auf kleinen Straßen, mit extremen Kehren und schlechtem Belag. Es sind heute alle ein wenig auf Sicherheit gefahren und zum Glück wieder gut durchgekommen.
Als Bild des Tages zählt sicherlich der Blick auf Barbara, die gefolgt von Christina, einen Zug nach Zwischenwasser aufmachte, mit etwa 15 Männern im Schlepptau. Der Beobachter staunt und fragt sich vielleicht: können die Jungs nicht selbst fahren, oder fährt es sich einfach gut hinter der RSG?
Das zweite dürfte wohl der Fall sein, fehlt vielen vereinslosen Fahrer doch das Wissen und die Routine, wie gemeinsam in der Gruppe Tempo gemacht wird. So werden immer öfters die Rot Gelben Trikots zu Fixpunkten im Feld, wie ein Teilnehmer es ausdrückte, um die herum sich eine Gruppe findet. Das viele Gruppenfahrten und die Trainingslager zahlen sich aus, besonders in den stressigen Phasen wie beim Start oder bei den Abfahrten auf schlechtem Asphalt.
Andi und ich durften heute nach dem guten Ergebnis vom Vortag aus Block A starten, mal die guten Jungs aus der Nähe betrachten. Dabei blieb es dann auch, wir ließen sie am ersten Anstieg ziehen und spulten unser Programm ab. Wir versuchen es mit Konstanz, fahren damit sehr gut und zum Ende der Etappe sammeln wir dann auch immer unsere Opfer ein (wie Andi es heute ausdrückte).
Nach dem heutigen Arbeitstag kommt morgen die Königsetappe, auf die wir uns alle schon sehr freuen.
Von St. Vigil nach Alleghe – eine Etappe mit 130 km und 3449 Hm. Wir glauben diese Strecke liegt uns mehr, mit nicht mehr so steilen Anstiegen und schönen schnellen Abfahrten. Zudem führt die Strecke mitten durch die Dolomiten, die schönsten Berge der Alpen, mal sehen, ob wir mal kurz einen Augenblick finden, indem wir den Kopf heben und den Blick auf die Berge richten können.
gehen wir es an! :-)
4. Tag Trans Alp: Dem Himmel so nah!
Geschafft! Hanka Kupfernagel wurde gefragt, weshalb sie sich das antut? Sie meinte: „Das weiß sie selbst nicht!“ Nach dieser Hochgebirgsetappe wissen wir es aber: „Selten ist man dem Himmel so nah, nicht nur physisch durch die Höhe, sondern auch gefühlt!
Nach 3 Etappen hat der Körper in einen anderen Modus geschaltet, in dem er scheinbar die Strapazen willig akzeptiert und sich mit seinem Los abgefunden hat. Zudem bekommt das Leben eine neue Einfachheit: „Es dreht sich alles um die Frage, wie man die nächste Etappe bewältigt!“ In diesem Modus ging es heute über 5 Pässe durch das Herz der Dolomiten:
Von St. Vigil ging es über das Grödnerjoch rüber zum Passo Sella, anschließend zum Passo Pordoi, um dann die Traumabfahrt nach Arabba in Angriff zu nehmen. Danach ging es hinauf zum Passo Falzerago. Der Reiz dieser Pässe liegt sicherlich darin, dass sie zum Einen durch eine absolute Traumkulisse führen, alle über 2000 Meter hoch sind und dennoch durch die moderaten Anstiege zügig zu fahren sind.
Der letzte Pass, der Passo Giau, zählte leider nicht zu dieser Sorte, gespickt mit steileren Rampen, machte er vielen am Ende der Etappe das Leben schwer. Doch auch dieser wurde irgendwann erklommen und so ging es dann in rasanter Fahrt runter nach Alleghe, ein wunderschönes kleines Bergdorf mit Stausee und Uferpromenade.
Die RSG-Teams waren heute wieder sehr gut dabei, und machten Plätze gut, einigen machte jedoch der letzte Anstieg sehr zu schaffen. Trotz dieser Strapazen wird die Stimmung von Tag zu Tag besser und gedanklich bereitet man sich schon auf das große Loch nach der TransAlp vor. Es soll bereits das Wort 2011 gefallen sein, sagt man!
Morgen, wie könnte es anders sein, geht es wieder rauf und runter, von Alleghe nach Kaltern (112 km und 2656 Hm)
gehen wir es an…
5. Tag Trans Alp: Die Teams kommen richtig in Fahrt!
Heute ging es von Alleghe nach Kaltern über die Pässe San Pellegrino, Karerpass und einen Anstieg nach Deutschhofen. Eine lösbare Aufgabe auf dem Papier, doch die Fahrer machen das Rennen schwer, nicht die Planer. Zudem war heute ein sehr heißer und schwüler Tag, nicht jeder kam damit gut zurecht. Der Anstieg zum San Pellegrino ist lang und teilweise bis zu 18 % steil. Zum Glück war er der erste in der Reihe und man konnte so die Rampen mit frischen Beinen niedertreten. Der Karerpass war flüssiger zu fahren, der Anstieg nach Deutschhofen wieder steiler, dafür nicht mehr so lang. Nach einer langen Abfahrt nach Auer ging es noch 10 Kilometer durch Obstplantagen, um danach über kurze giftige Anstiege an den Weinbergen entlang in Kaltern zu enden.
Wie erging es den Teams:
Henning und Patrizia hatten wieder einen schweren Tag. Sie haben die Bürde ihrer guten Platzierung aus den ersten Tagen zu tragen und müssen tagtäglich am Limit fahren, um die Angriffe der anderen Teams zu kontern. Heute hatten sie es besonders schwer, da die heutige Strecke für die beiden zu wenig technisch anspruchsvolle und schnelle Abfahrten hatte, die Domäne der beiden - Henning immer voran wie ein Tornado im Tiefflug und Patrizia im Sog folgend. So mussten sie heute viel arbeiten um Schadensbegrenzung zu betreiben. Am Ende heute ein sehr guter 8. Platz und gesamt den 5. Platz gehalten.
Ganz anders ergeht es da gerade Mario und Andi, denen ist das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. Ohne Plazierungsdruck und mit anderer Strategie fahrend, rollen sie das Feld von hinten auf. Morgens den Diesel anschmeißen und ihn erst einmal auf Temperatur bringen, dabei die Heißsporne aus Block A sich erst einmal austoben lassen, um sie später dann mit Konstanz zu zermürben. So ging es heute zügig über die Pässe und selbst am Schlussanstieg nach Kaltern konnten sie mit einer beherzten Attacke nochmal 20 Jungs stehen lassen. 38. Platz heute und gesamt 40. in der Herren Klasse geht schwer in Ordnung.
Ebenfalls immer besser in Fahrt kommen Jürgen und Andrea. Die beiden wurden auch infiziert und fahren als ob es um ihr Leben ginge. Ihre Stärke gegenüber den anderen Mixedteams ist ebenfalls das Abfahren und vor allem die Tempoarbeit in der Ebene. Dafür heute 23. und gesamt 24. Platz in einem Feld von Mixedteams, die nur Minuten auseinander liegen. Die beiden müssen ebenfalls noch mächtig kämpfen in den nächsten Tagen.
Unsere Überflieger sind gerade Barbara und Christina. Die Mädels, mit niedriger Zielsetzung gestartet, haben sie sich am ersten Tag noch 20 Minuten Pause an den Verpflegungsstellen gegönnt. Mittlerweile sind sie ebenfalls im „Race-Fieber“ und kämpfen um jede Minute, belohnt wurde dies heute mit dem 8. Platz, in der Gesamtwertung liegen sie auf 10.
Gebremst wurde heute das Team um Roger und Harald durch eine Verbremsung von Roger, bei der er leider einen Abgang machte - zum Glück nur Schürfwunden, die können einen Roger nicht stoppen. Ansonsten haben die beiden mächtig Spaß! Heute durch den Sturz leider nur 137. deshalb jetzt auch gesamt 124.
Ebenfalls Stress hatten heute Klaus und Stefan. Klaus hatte Magenprobleme und Durchfall, so dass er die heutige Etappe nur mit sehr viel Willenskraft zu Ende fahren konnte. Deshalb heute nur 230. das auch in der Gesamtwertung mit Platz 134 zu Buche schlägt.
Elisabeth ließ heute Dieter alleine weiter fahren, da sie sich an der Strecke um einen Bekannten mit Kreislaufproblemen kümmern musste. Für diese gute Tat bekam das Team von der Rennleitung eine Zeitgutschrift von 40 Minuten geschenkt.
Morgen geht es von Kaltern nach Trento (118 km, 3055 Hm)
Es wartet eine steile Auffahrt nach Truden und eine kleine Passstraße hoch zum Manghenpass. Es wird wieder viel Arbeit werden. Gehen wir es an…
6. Tag – nur strahlende Gesichter
Heute ging es von Kaltern nach Trento. Ein sehr heißer Tag und gleich am Anfang ein Hammeranstieg mit 18 % nach Truden - nicht nur bei der Bike-TransAlp werden ordentliche Steigungen gefahren, danach noch ein langer Anstieg zum Manghenpass. Nach hinten raus dann nur noch welliges Gelände mit einem Schlussanstieg vor Trento.
Trotz dieser Strapazen gab es heute nur strahlende Gesichter. Die Überflieger waren heute Mario und Andi, die immer besser in Fahrt kommen und heute einen 22. Platz sich erkämpft haben. Ebenso grandios lief es bei Klaus und Stefan: gestern noch weit abgeschlagen durch die Magenprobleme von Klaus, sind sie heute wieder volles Rohr gefahren und waren diejenigen, die heute die meisten Plätze gut gemacht haben. Dafür bekamen sie heute das rote Scott-Attack-Trikot übergestreift und fahren morgen nicht in der RSG-Kluft.
Henning und Patrizia verteidigen weiterhin ihren 5. Gesamtplatz. Jürgen und Andrea konnten ebenfalls ihre Platzierung halten. Und die Mädels sind wieder auf Platz 8 herein gekommen. Roger und Harald kämpfen wie die Löwen und sind ebenfalls mit ihrer Leistung sehr zufrieden. So waren heute alle sehr zufrieden.
Morgen letze Etappe von Trento nach Arco. 2 größere Anstiege und die TransAlp 2010 ist schon wieder Geschichte. Doch einmal dürfen wir noch ran, gehen wir es an!
7. Tag – Angekommen!
Wir sind angekommen, eine lange Reise zu diesem Fixpunkt ging zu Ende! Es war noch einmal ein ordentliches Stück Arbeit, denn es galt zuerst über den Monte Bondone zu fahren, ein 1400 Meter Anstieg am Stück. Hier wurde gezockt, jedes Team fuhr Anschlag, so wurde diese kurze Etappe zu einer besonders Schweren. Nach langer Abfahrt ging es dann über den Ballino, um dann über Tenno nach Arco runter zu rauschen.
Angekommen – am Ziel, was für ein Gefühl? Schwer zu beschreiben, jeder empfindet an dieser Stelle individuell, vorausgesetzt er ist noch zu einer Empfindung in der Lage, denn nicht wenige sind mit der letzten Reserve ins Ziel gerollt und konnten erst einmal gar nichts mehr tun.
Es fällt viel Anspannung ab, waren die 7 Tage eine enorme Herausforderung an Kondition (Berg hoch) und Konzentration (Berg runter). Vor allem bei den Abfahrten liegen Rausch und Ernüchterung sehr nah bei einander. Die Gefahr um Gesundheit und Leben ist permanent zugegen, nicht wenige waren durch hässliche Schürfwunden gekennzeichnet.
So ist man am Ende zu allererst nur glücklich und dankbar angekommen zu sein. Es war eine Woche mit extremer Intensität, mit einer Spannung, die auch nur über einen so kurzen Zeitraum aufrecht erhalten werden kann, so kommt mit dem Alltag die Erlösung, aber auch die Frage, wie das Leben ohne diesen Rausch weiter gelebt werden kann.
Nach der TransAlp ist vor der TransAlp…











