shut up legs! (Jens Voigt im Selbstgespräch während der TdF)
Verfasst von alex am Di, 29/06/2010 - 16:02
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Schwarzmeier auf Tuchfühlung zu den Platzierungsrängen, Wilhelm mit Platz sieben
Nicht nur Fußballdeutschland durfte am vergangenen Sonntag aufgrund des 4:1-Sieges gegen Lieblingsgegner England jubeln („Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen“, so die Definition des ehemaligen englischen Nationalstürmers Gary Lineker), auch die Rennfahrer der RSG Würzburg konnten sich über ihre Leistungen im Pfälzer Straßenklassiker in Bolanden freuen.

Die beiden Felixe fuhren am vergangenen Sonntag einmal mehr in der Pfalz, wie hier letztes Jahr in Leimersheim, die sich als gutes und erfolgreiches Pflaster für die Fahrer der RSG erwiesen hat (Bild: Alexander Broocks).
Felix Schwarzmeier und Felix Wilhelm starteten mit rund 100 weiteren C-Fahrern um die Mittagszeit (heiß, sehr heiß!) in die erste von neun 7,8 Kilometer langen Runden rund um den Donnersberg in der schönen Pfalz. 70,2 Kilometer waren somit zu fahren, ein langer Berg innerhalb der letzten zwei Kilometer neun Mal zu bewältigen. Schwarzmeier brauchte zunächst ein wenig, um ins Rennen zu kommen, gesellte sich aber nach der Hälfte des Rennens zu Wilhelm, der bereits seit Rennbeginn aufmerksam unter den ersten im Feld fuhr. Insbesondere am Berg präsentierten sich beide Fahrer mit Druck in einem Rennen, das durch diverse Bundesligamannschaften (etwa Team Espoirs Robert Lange, Team Bergstraße U23, Team Rheinhessen) kontrolliert und schnell gemacht wurde. „Der Berg“, wie ein jedes Stück stattlich ansteigenden Asphalts ehrfurchtsvoll genannt wird, und die Prägnanz des Ausdrucks genügt, damit die bloße Vorstellungskraft des Rennfahrers ihr erbarmungsloses übriges Tut, animierte die Fahrer der eben genannten Teams dazu, in bester US Postal-Manier in den Berg reinzuknallen, um so eine vorzeitige Rennentscheidung herbeizuführen. Am Berg riss das Feld durch diese Tempoarbeit immer wieder auseinander. In Runde sechs fuhr Wilhelm so in einer etwa 15 köpfigen Spitzengruppe, die sich im Berg und auf dem 500 Meter langen Flachstück zwischen Kulminationspunkt und Ziellinie absetzen konnte, nach beherzter Nachführarbeit im Hauptfeld aber wieder eingeholt wurde.
Während sich im Hauptfeld der Massensprint abzeichnete, fuhr ein starker Solist vom RSC Ludwigsburg während des Großteils des Rennens einem ungefährdeten Sieg entgegen. Runde neun, die Schlussglocke ertönte und das Feld ging auf seine letzte Runde unter der brennenden Pfälzer Sonne. Viel Dank geht an dieser Stelle an die Anwohnerin, die sich mit einem Gartenschlauch am Berg positioniert hat und dem Feld so eine willkommene Abkühlung beschert hat. Schwarzmeier und Wilhelm fuhren gemeinsam und unter den ersten 20 in den Schlussanstieg. Entscheidend sollte sein, mit den ersten über die Kuppe zu kommen, um so eine gute Position für den Schlusssprint zu erhalten. Schwarzmeier, der seinen Sturz aus der Vorwoche ganz offensichtlich gut verdaut hat, fuhr auf aussichtsreicher Position kurz vor Wilhelm, musste jedoch kurz vor der Kuppe dem hohen Tempo Tribut zollen und konnte somit nicht mit den ersten über den Kulminationspunkt ziehen. Schade und ein guter Grund für leichte Enttäuschung nach dem Rennen, aber auf der anderen Seite ein hoffnungsvoller Fingerzeig mit Blick auf die kommenden Rennen. Den Engländern wird es dagegen (einmal mehr) viel schlechter ergangen sein. Wilhelm setzte auf den letzten Metern des Anstieges zu einem kurzen Sprint an und erkämpfte sich somit eine gute Ausgangsposition für den Schlusssprint. Nach etwas Geschiebe, Gedrücke und einem langen Sprint durfte Wilhelm sich über Platz sieben in einem kräftezehrenden Rennen freuen.
Die gute alte Radioübertragung des Fußballspiels während der Heimfahrt nach Würzburg trug zur Abrundung eines schönen und gelungenen Sporttages bei.











