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GESCHAFFT – der ARBER Radmarathon 2010

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GESCHAFFT – der ARBER Radmarathon 2010, alle sind gesund und munter am Ziel angekommen.
 
ein Bericht von Jutta Schieder
 
Der Samstag, Anreisetag, war geprägt von gespannter Aufregung. ‚Wie wird das Wetter? Hoffentlich sind wenigsten die Straßen trocken?‘ Beim gemeinsamen Abendessen im stress- und lärmbetonten Ital. Schnell-Restaurant L´Osteria, ging alles ums Radeln. Die Gerichte, wie etwa die Pizza, die nicht auf eine Kuchenplatte gepasst hätte, oder die vielfältigen Pastas, ließen wir uns alle munden, um ja die Kohlenhydratspeicher ordentlich gefüllt zu wissen. Abgerundet hat der Abend ein Cocktail zur Happy Hour, einzunehmen zu früher Abendstunde, damit genügend Schlaf bleibt, für den bevorstehenden Tag.
Gestartet sind die Gruppen unterschiedlich, gemäß ihrer geplanten Touren. Tour A – 250 km um 6:00 Uhr, Tour B 170 km – 7:00 Uhr. Unsere Gruppe Tour C – 125 km startete zu guter Morgenstund um 8:00 Uhr vom Dultplatz. Enorm, der Anblick am Startpunkt. Rennrad an Rennrad. Die Hände griffbereit am Lenker, ein Fuß eingeklickt. Das Abzählen der Sekunden bis zum Start. Überraschend fand ich dann die Anfahrt. Sehr zivilisiert. Ohne jeglichen Rempeleien ging es über die Brücke am Dultplatz Richtung Wallhalla. Begleitet von viel Polizei bis zur ersten Berganfahrt. Hier verteilte sich der Pulk langsam in kleinere Grüppchen. Unsere Gruppe, Rüdiger, Andrea, Nicole, Sandra, Uli und ich versuchten beieinander zu bleiben. Dies gelang uns fast immer. Jeder fuhr seinen Berg in seinem Rhythmus, oben wurde gewartet oder langsamer gefahren, bis sich alle wieder angeschlossen hatten, ebenso bei den Abfahrten. Zur Freude aller waren es durchwegs herrliche Abfahrten. Bisweilen noch etwas kühl, aber sehr angenehm. Keine Ausbremser. Langsamere wurden ordentlich überholt. Wir nicht. Wir haben es genossen. Finden wir im Frankenland zwar auch die eine oder andere schöne Abfahrt, aber, so finde ich, keine in dieser Ausgewogenheit und Länge.
Unser erstes kurzes Absteigen (Pinkelpause) erlaubten wir uns nach km 42. Der erste Verpflegungsstop lies nämlich auf sich warten. Andrea hatte uns aber, als Wiederholungstäterin, wohl weislich vorgewarnt. So hatten wir uns vorher ausreichend mit Snacks versorgt. Der erste Kontrollpunkt kurz vor Alzenzell, hoch gelegen, kam dann bei km 56 nach einem weiteren schönen Anstieg. Sollte nicht der Letzte für heute sein. Das Angebot reichlich und vielseitig. Andrea versuchte, herauszufinden, wie es sich mit sieben Stückchen Kuchen weiterfahren lässt und lies es sich schmecken. Nur, es kam noch keine Abfahrt, der Berg war noch nicht erklommen. Der schwierigste Anstieg, mit zwischendurch gefühlten 17 Prozent, ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Andrea meinte nur: „Ich hätte nicht so viel Kuchen essen sollen!“ Freudig waren dann aber alle auf dem Ochsenberg angekommen. Es folgte eine Abfahrt, die kein Ende nehmen wollte. Ab und zu mal eine steilere Passage, ansonsten brauste uns der Wind um den Helm und die Räder schwirrten auf dem Asphalt.
Der zweite Verpflegungsstopp in Saulburg überraschte uns mit festähnlicher Aufmachung. Geboten wurden Radler on Maß, Biertische und Wurstsemmeln, alles vom Feinsten. Andrea aß wieder Kuchen. Das Ende der letzten Abfahrt zeigte uns allen, wie gefährlich wir unterwegs sind. Leider mussten wir zwischen Polizei, Notarzt und Krankenwagen durchfahren.
Ab Zinsendorf forderten wir dann unsere Männer auf, doch für etwas Windschatten zu sorgen. Es waren noch 24 km bis Dultplatz, die wir in starkem Gegenwind, der Donau entlang bewältigen mussten. So fanden wir dann wieder gemeinsam unseren Rhythmus und fuhren in unserem gewünschten Tempo. Bis! Ja, bis wir auf eine größere Gruppe aufliefen. Erst zogen die Männer an, um Anschluss an die Gruppe zu bekommen. Wollten auch gerne in den Genuss des Windschattenfahrens kommen. Geschafft. Wir ergänzten die Gruppe, Stärke etwa 40 Mann/Frau. Leider fuhr die Gruppe nicht in dem uns gewohnten Gleichklang von Tretrhytmus und Geschwindigkeit, d. h. sie wechselten ständig das Tempo. Dies schauten sich unsere Windreiter zwei, dreimal an, dann ein kurzer Blick von Rüdiger zu Uli, die Frage nach hinten: „Ziehen wir vor?“ „Ja“, und ab gings. Vorbei an den „Barmherzigen Brüdern“, schlanke Jungs in hellblauen Trikots. Bis vor die Spitze. Andrea und Nicole entschieden sich, hinten zu bleiben. Nun leisteten wir zu viert echt harte Arbeit. Denn, die „Barmherzigen Brüder“ begannen uns zu jagen. Kaum hatten wir das Tempo um 5 km/h angehoben, zogen diese nach. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen. Überholen? Nein“ Also, noch einmal das Tempo angezogen.
Da wir aber zu sechst gestartet sind, wollten wir auch gerne wieder gemeinsam angekommen. Kurz vor Wörth sind wir dann rechts rangefahren und haben die Gruppe mit Andrea und Nicole wieder komplett gemacht. Gemeinsam gestartet heißt gemeinsam ankommen. Der Weg ist das Ziel, das Ankommen der Erfolg. Belohnt wurden wir in Wiesent. Mit fetziger Blasmusik und vielen Menschen die applaudierten preschten wir in sehr schnellem Tempo durch die kleine Ortschaft, nahmen schnittig die Kurven und ließen unsere Herzen höher schlagen. So gestärkt war es dann ein Leichtes für uns, den Weg über die Radwege zurück zum Ausgangspunkt zu finden.
Am Festplatz wurden dann auch die anderen Gruppen herzlich in Empfang genommen. Alle sind wohlbehalten am Dultplatz angekommen.
Ich möchte mich auf diesem Weg, bei allen Organisatoren der RSG, vor allem bei Nicole, für das Reservieren der tollen Zimmer, recht herzlich bedanken. Ich wünsche uns allen noch viele solche erlebnisreichen und schönen Ausfahrten.