Carbon statt Kondition!
(Bündner Bergsommer)
Verfasst von alex am Di, 30/03/2010 - 17:03
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Saisonauftakt in Zusmarshausen: Hartmann lautstark Vierter – Jugend sammelt Intensivkilometer
In den Kampf mit Gebrüll
Bericht von Janina Seyler
Wie in jedem Jahr wurde auch der diesjährige süddeutsche Saisonauftakt der Rennradsportler mit dem Eröffnungsrennen in Zusmarshausen am vergangenen Sonntag mit großer Spannung erwartet. Die einen waren angespannt, wie sich ihre Beine nach der Winterpause und den ersten Grundlagen und Intensivtrainingskilometern machten, die anderen freuten sich darauf, die über den Winter gesammelte Kraft endlich ungebremst loslassen zu dürfen.
Dankenswerterweise hatte die Wetterfee am Renntag entgegen den Vorhersagen sogar ein kleines bisschen Einsehen mit den enormen Starterfeldern und schickte statt „nass“ nur vereinzelte Tropfen vom Himmel. Der Wind allerdings blies zeitweise Zuschauern und vor allem den Rennfahrern doch ordentlich entgegen. Dem hinzu kam die für das erste Rennen typische aufgeregte Fahrweise, die jedes Jahr zahlreichen Aktiven Verbremser, Abhänger und nicht zuletzt Stürze einhandelt. Nach dem langen Winter müssen sich zum einen alle wieder an das Fahren in Rennfeldern gewöhnen, zum anderen haben zahlreiche Rennsportler ernste Ambitionen auf eine gute Platzierung. Geschiebe und Gedränge also selbstverständlich.
So galt für die beiden Jugendfahrer der Klasse U17 für die RSG Würzburg, Nils Beese und Till Hellmund die Devise: Rennen mitfahren, Erfahrung und Kilometer sammeln und möglichst heil ankommen. Während Beese als älterer Jahrgang durchaus auf eine Platzierung im vorderen Drittel spechtete, galt es für Hellmund – gerade in die nächst höhere Alterklasse aufgestiegen – sich an die neuen Distanzen und die größere Übersetzung zu gewöhnen. Beide kamen auf der ersten der beiden großen Runden gut über den Berg und im Feld mit, mussten dann aber – wie viele Rennkollegen auch – dem enormen Tempo der Führenden Württemberger Tribut zollen und hatten am Ende mit dem Ausgang des Rennen nicht mehr viel zu tun. Dennoch: Räder heil, sturzfreie Fahrt und gesund angekommen. Für’s erste Rennen ok!
Etwas größere Erwartungen hatte der nunmehr Juniorenfahrer U19 für die RSG Würzburg, Andreas Hartmann, sowohl an das Rennen, als vielmehr auch an sich selbst. Er hatte sich in der Saisonvorbereitung für den Start bei Bundesligarennen der Juniorenklasse zusammen mit Radfreunden im Team Franken entschieden. Damit also auch dem Team des Landesverbandes Bayern eine Absage erteilt und stand so nun (dennoch wohlwollen) gewiss „unter Beobachtung“. Da wollte er natürlich nicht nachstehen und gute Leistungen zeigen und seine Entscheidung rechtfertigen. Bereits auf der ersten der drei Runden hatte sich das Juniorenfeld in zwei größere Gruppen geteilt; Hartman über den Berg mit „ich glaub ich hab richtig Druck“ und kurz darauf „meldete“ er sich bei der ersten Zieldurchfahrt in der ersten Gruppe und sah den Umständen entsprechend locker aus. Das sollte auch bis zum Finale so bleiben. Die Trainerin hatte für sich mit einem möglichen Top-20-Rang gerechnet – gehofft. Das wäre für den dem jüngeren Jahrgang angehörenden Sportler schon ein beachtlicher Erfolg gewesen. Wäre gewesen. War aber nicht so. Die drei enteilten Spitzenreiter – darunter der Sieger des Rennens und Nationalfahrer Sütterlin – konnte das rund 20köpfige Feld nicht mehr stellen. Wohl aber spurteten sie die Platzierungen ambitioniert aus. Hartmann dabei ganz links mit einem schnellen und kräftigen Antritt gen Ziel: und dem Sieg beim Sprint des Feldes! Mit „Sieges“gebrüll überfuhr er die Ziellinie, hatte rund eine halbe Radlänge Vorsprung und konnte sogar noch jubeln. Als bester einjähriger Fahrer, Gesamtvierter und noch Spielraum nach oben war das einmal eine Ansage an die Saison.
Und ein kleines Geschenk an die Trainerin dazu. Die freute sich – auch ohne Podestblumen – riesig!












